Was für einen Papst braucht die katholische Kirche (und die Welt)?

Gerade unter diesem Vorzeichen ist nun lange behauptet worden, dass sich die katholische Kirche durch ihre – gegenüber den protestantischen Konfessionen viel prononciertere – Distanz zum Säkularismus in eine nachteilige Position gebracht habe. Doch genau das Gegenteil scheint der Fall zu sein, wenn man weltweit – und unter bestimmten Prämissen selbst in Europa – die juengsten Entwicklungen in der Demographie von Katholizismus und Protestantismus vergleicht. Denn wer als Bürger in einer säkularisierten Welt und Öffentlichkeit lebt, der braucht eigentlich keine religiöse Institution zur Bestätigung gleichsam und zur Wiederholung des alltäglichen Säkularismus; in diesem Sinn hat ein allzu historisches und allzu säkulares Selbstverständnis den verschiedenen Protestantismen wohl eher geschadet. Attraktiv sind im Gegensatz dazu offenbar gerade eine sich nicht selbst relativierende Identität und die aus ihr erwachsenden ethischen Forderungen — selbst wenn die meisten Katholiken diese nicht mehr detailliert in ihre individuellen Lebensentwürfe aufnehmen. Der Kirche als Institution, könnte man also sagen, wäre mit einem deutlicher säkularen Papst gar nicht gedient. [mehr]

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