Kein Durchblick bei der „Augsburger Allgemeinen“

 Ein Fragebogen, der vom Papst Franziskus an die Bischöfe gerichtet war, um für die Bischofssynode im Oktober 2014 ein Meinungsbild zu Fragen über Ehe und Familie zu bekommen, zog Kreise. Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ)  berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom 17. Dezember an drei Stellen.

Die Überschriften lauteten „Gläubige kritisieren ‚Doppelmoral’ – Katholiken gehen mit ihrer Kirche hart ins Gericht“, weiter „Jetzt haben die Gläubigen das Wort“ mit Untertitel „Was Katholiken zu Ehe und Familie denken, dürfte Papst und Bischöfe erschüttern“ und „Die Meinung der Gläubigen zählt“. Zu dieser Thematik glänzt die AZ nun mehr wiederum mehr durch Quantität als durch Qualität. Der Autor zeigt sich als völlig kritikunfähig. Die Tatsache, dass von rund 1,35 Mio. Katholiken der Diözese Augsburg die enorme Zahl von 151 Fragebögen eingingen, wird überhaupt nicht gewürdigt. Amüsant ist auch die Überschrift „Jetzt haben die Gläubigen das Wort“. Von welchen Gläubigen ist denn hier die Rede? Von denen, die zu 90 % nicht mehr an der sonntäglichen Feier der Eucharistie teilnehmen, von denen, die bei der Nachfrage zu ihrem Glaubenswissen entweder kapitulieren oder dumme Sprüche von sich geben, von denen, die aller Wahrscheinlichkeit nach auch kein reges Gebetsleben pflegen und demzufolge auch die evtl. noch vorhandenen Kinder nicht im Glauben unterweisen können. Wer wusste denn nicht schon vor der Umfrage, dass diese „Katholiken“ für Ehebruch, Homo-Ehe und die erstrebenswerte Freiheit von Gottes Geboten stimmen würden? Dann wird natürlich genüsslich die Karte der „Unbarmherzigkeit“ ausgespielt. „Betreten verboten! Lebensgefahr!“ Ist das unbarmherzig? Dieses Verbot kann Leben retten. Aber für den gläubigen Christen gibt es noch mehr als die Zeitspanne des irdischen Lebens. „Herr Jesus Christus, der Empfang deines Leibes und Blutes bringe mir nicht Gericht und Verdammnis, sondern Segen und Heil.“ So steht es im alten „Gotteslob“ auf S. 390.  Und der hl Paulus mahnt: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt (1 Kor 11,27-29). Es ist zu vermuten, dass Autoren der AZ sich mit solchen „Banalitäten“ natürlich nicht abgeben! Und dann, wie überraschend, wird berichtet, dass eine „starke Differenz zwischen kirchlicher Lehre und dem Leben der Katholiken“ zu beobachten sei. Hier sollte ein kritischer Journalist doch einmal die Frage stellen, wozu gewisse Leute überhaupt eine Änderung der katholischen Lehre fordern, wenn sie sich überhaupt nicht an diese halten. Es wäre auch interessant, nach den Gründen für diese „Differenz“ zu fragen. Wie viele Pfarrer nehmen denn ihre Hirtenpflicht noch in vollem Umfang wahr? Zu den geistlichen Werken der Barmherzigkeit gehört es, „Unwissende zu lehren“ und „Sünder zurechtzuweisen“. Wie bitte? Sünder. Die gibt es doch unter modernen Katholiken gar nicht mehr, wie es der Zusammenbruch der Beichtpraxis jedem deutlich vor Augen führt. Und dann, ach wie schlimm, wird in der AZ geklagt, sei es den Laien „geradezu unmöglich, einen Beitrag in dieser Kirche zu leisten“. Sie leisten doch einen enormen Beitrag, indem sie versuchen, die Kirche den Moden der Zeit stromlinienförmig anzupassen. Und sie geben ein lebendiges Zeugnis für die Kirche, indem sie mit alten Zöpfen wie Gebet, Beichte und dem Streben nach Heiligkeit gründlich aufräumen. Na ja, dem Gottesdienst gestehen sie als Folkloreveranstaltung immerhin noch ein Nischendasein zu. Beklagenswert ist auch die „Unbarmherzigkeit“ der AZ. Warum hilft man den so unter der katholischen Kirche Leidenden nicht durch Aufzeigen von Alternativen. Es wird doch niemand gezwungen, in dieser schlimmen Kirche zu verbleiben. In der evangelischen Kirche werden alle Wünsche dieser leidenden Katholiken erfüllt. Warum wechselt man denn nicht zu dieser Glaubensgemeinschaft, die ja ob ihrer „Barmherzigkeit“ wächst, blüht und gedeiht und auf stets volle Kirchen verweisen kann? Es wäre interessant, dafür einmal einen stichhaltigen Grund zu erfahren.

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