Unter der Lupe 2: …die Kirche halte an der Unauflöslichkeit der Ehe fest…

In der Auseinandersetzung um die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion wird von den Reformern – und auch einigen Bischöfen – gebetsmühlenartig wiederholt, die Kirche halte an der Unauflöslichkeit der Ehe fest. Hier als Beispiel ein Auszug aus einem Interview mit Bischof Bode. Er sagte in dem Gespräch u. a.:

Die Unauflöslichkeit der Ehe steht für die Kirche nicht infrage. Ob jemand nach einer Wiederheirat unter bestimmten Umständen wieder die Sakramente empfangen kann, ist aber nicht die Frage nach der Unauflöslichkeit der Ehe…

Das ist sehr wohl eine Frage nach der Unauflöslichkeit der Ehe. Wenn ein Ehepartner eine neue Verbindung eingeht, obwohl die erste gültig geschlossene Ehe noch besteht, lebt er in beständigem Ehebruch. Wenn die Kirche diese neue Verbindung durch die Zulassung zur Kommunion „legitimiert“, gibt sie die Unauflöslichkeit der Ehe preis.  Christoph Sperling schreibt dazu:

In dem Moment, wo man versucht, sich das Ganze [die Einzelfallentscheidung bei der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion] in der Praxis vorzustellen, wird überdeutlich, dass eine solche Bestimmung im realen Leben auf nichts anderes als eine pauschale Einladung aller zivil wiederverheirateten Geschiedenen zum Empfang der Kommunion hinauslaufen würde! Die vorgeschlagenen „pastoralen Einzelfallentscheidungen“ zur Zulassung zu den Sakramenten sind entweder bewusst gezündete Nebelbomben oder praxisferne Illusion. Man muss festhalten: Die prinzipielle Ermöglichung einer solchen Einzelfallentscheidung würde praktisch mit Sicherheit zur flächendeckenden Kommunionspendung an jedermann führen, unabhängig von der jeweiligen Partnerschaftssituation. Die Beteuerung, grundsätzlich selbstverständlich die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe nicht in Frage zu stellen, würde zum Kleingedruckten, das bestenfalls noch in theologischen Seminaren über die Geschichte des Ehesakramentes von Relevanz wäre. Die grundsätzliche Ermöglichung der Kommunionspendung an „wiederverheiratete Geschiedene“ würde unweigerlich unter den Gläubigen zum völligen Verschwinden des Bewusstseins für die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe und damit der Ehe als Sakrament an sich führen.

Alle gegenteiligen Beteuerungen sind Augenwischerei und können einer sachlichen Prüfung nicht Stand halten. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass weder Bischof  Bode noch andere Reformer sagen wollen, welches nun die „bestimmten Umstände“ sind, die eine Zulassung zur Kommunion rechtfertigen würden.

Zur Verdeutlichung dieses Sachverhaltes möge ein Beispiel aus der Politik dienen:

„Die CDU hat eine klare Haltung zum Schutz des menschlichen Lebens…“, äußerte die Parteizentrale im Zusammenhang mit der Diskussion um den neuen Generalsekretär Peter Tauber. Diese Aussage ist ein typisches Beispiel für Verschleierung. Der Begriff „klare Haltung“ soll den Eindruck erwecken, die CDU sei für den Schutz des Lebens, die Realität belehrt uns aber eines Besseren. Die „klare Haltung“ der CDU besteht nämlich darin, dass einer gewünschten Abtreibung nichts im Wege stehen darf. Genau so ist es mit der verschleiernden Behauptung, im Falle einer Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion werde die Glaubenswahrheit von der Unauflöslichkeit der Ehe nicht angetastet.

Lesen Sie den Beitrag von Christoph Sperling hier.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s