Das „barmherzige“ Lehramt

Gomez Davila hat die heutige Situation der Kirche treffend so beschrieben: „Da die Menschen nicht taten, was die Kirche lehrte, lehrt die Kirche nun, was die Menschen tun.“  Ein Beispiel mag genügen. Der Münchener Pfarrer Schießler erklärte vor der Presse, dass es ihn, wenn er die Kommunion austeile, nicht interessiere, ob einer katholisch getauft ist oder nicht. Man kann sich auch beim ZdK informieren. Dort ist zu lesen: „Die Ehe ist unserer Überzeugung nach der beste, aber in Anerkennung der gesellschaftlichen Realität nicht der einzige Weg und die einzige Basis, Familie verantwortlich zu leben.“ Genau das ist es, was Davila meint. Anerkennung der Realitäten heißt, zu lehren was die Menschen tun. Und solche der Glaubenslehre der Kirche widersprechende Äußerungen kommen keineswegs nur von Laien, sondern werden auch von Priestern unter das Volk gebracht. Und so erkennen aufmerksame Beobachter, was man von offizieller kirchlicher Seite tunlichst verschweigt: Es gibt in der katholischen Kirche zwei Lehrämter. Das „Lehramt, welches lehrt, was die Menschen tun“, das verkaufen die Medien als das „barmherziges Lehramt“, und es gibt das „Lehramt, welches lehrt, was die Menschen – um ihres ewigen Heiles willen – tun sollen“, das wird als „unbarmherziges Lehramt“ innerhalb und außerhalb der Kirche diffamiert. Ich kann es einfach nicht begreifen! Warum wechseln die unter der „Unbarmherzigkeit“ der katholischen Kirche leidenden Menschen nicht zur barmherzigen evangelischen Kirche? Dort können sie all ihre Realitäten ausleben, von der Abtreibung über die Ehescheidung bis zur Homoehe. Warum kann eine angeblich tolerante Gesellschaft es nicht ertragen, dass eine verschwindend kleine Minderheit nach den Worten der hl. Schrift und nach Gottes Geboten zu leben versucht?

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Ein Kommentar zu „Das „barmherzige“ Lehramt

  1. Mit dem Versuch die Realitäten an ihre Lehre anzupassen ist die römisch-katholische Kirche schon mehrfach grandios gescheitert. Zuletzt hat sie sogar den halben Laden an die Protestanten verloren.

    Vielleicht ist sie jetzt, nach zweitausend Jahren Übung im scheitern, etwas klüger geworden und gibt lieber etwas nach, als einen Ast zu verlieren, oder gar den den ganzen Baum entwurzeln zu lassen im Orkan der Wirklichkeit.
    Man bedenke, dass seit über einem halben Jahrhundert die Mächtigen im Lande nicht mehr bedingungslos die Wünsche des katholischen Klerus erfüllen, wie das bis in die Adenauer-Zeit gang und gebe war. Der Kuppelei-Paragraf ist entsorgt, der Homosexuellen-Paragraf auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet, das alte Verschuldensprinzip bei der Ehescheidung vergangen und verloren und was der Dinge mehr sind.
    Also aufpassen, sonst findet sich die römisch-katholische Kirche bald auf Augenhöhe mit den Zeugen Jehovas. Und das wäre doch schade bei der einzigartigen Botschaft der Kirche, die wir von unseren älteren Geschwistern den Juden übernommen haben: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“

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