Unter der Lupe 6: … Die Kirche müsse für diese Auffassung aber besser und verständlicher werben

Bericht über ein Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“:  [Quelle]

Die Kirche müsse nun „Formen und eine Sprache finden, um unsere positive Sicht von Liebe und Sexualität, Ehe und Familie verständlich zum Ausdruck zu bringen“, so Woelki.
Woelki hob hervor, die katholische Kirche sei nicht „leibfeindlich“, sondern zeichne ein Bild von Liebe und Sexualität, das die Würde des einzelnen Menschen hervorhebe. Die Kirche müsse für diese Auffassung aber besser und verständlicher werben, forderte der Kardinal. Er betonte zugleich, er sei „kein Religionswächter, der die Schlafzimmer kontrollieren will“.

Will Kardinal Woelki die Katholiken für dumm verkaufen? Jeder einigermaßen normal begabte Katholik kann die positive Sicht von Liebe und Sexualität verstehen. Das Problem ist, dass sie (fast) nie verkündet wurde. Welcher Bischof hat die qualifizierte Auseinandersetzung mit „Humanae vitae“ in den Pfarreien angeregt und dazu passendes Material geliefert? Wo wurde „Familiars consortio“ zum Gegenstand von Fortbildungsveranstaltungen? Wo wurde die „Theologie des Leibes“ in die Pfarreien getragen? Stattdessen haben die Bischöfe der katholischen Jugend durch ihr Sprachrohr BDKJ nur folgendes mitzuteilen: „Sex als einvernehmliche Entscheidungen und Handlungen zweier selbst bestimmter Menschen kann die Menschenwürde nicht verletzen. Sex ist so natürlich wie atmen oder essen, und es gibt keinen Unterschied zwischen Sex vor, während und nach der Ehe. Sex ist Sex – und das Verbot vorehelichen Sex‘ ist viel eher ein „schwerer Verstoß gegen die Würde des Menschen“.

Die abschließende Bemerkung von Kardinal Woelki, er sei „kein Religionswächter, der die Schlafzimmer kontrollieren will“ ist eines Kardinals unwürdig und offenbart ein weiteres Mal seinen Kniefall vor den Mainstreammedien.

Es ist eine Unverschämtheit der deutschen Bischöfe, die mangelnde Akzeptanz katholischer Lehre woanders zu suchen als bei sich selbt.

Advertisements

5 Kommentare zu „Unter der Lupe 6: … Die Kirche müsse für diese Auffassung aber besser und verständlicher werben

  1. Woelki hob hervor, die katholische Kirche sei nicht „leibfeindlich“, sondern zeichne ein Bild von Liebe und Sexualität, das die Würde des einzelnen Menschen hervorhebe.

    Und das haben die katholischen Kleriker bisher verabsäumt? Und deswegen haben die Menschen, sogar gläubige Katholiken, die Sexual- und Ehedoktrin der katholischen Hierarchie praktisch vom Tisch gefegt?
    Das glaube ich nicht, weil ich seit meiner Adoleszenez und die ist schon eine ganze Weile her, nichts anderes höre als die beschwörende Anpreisung der katholischen Sexual- und Ehedoktrin, geradezu wie sauer Bier.

    Also an der Vermittlung kanns nicht liegen, dass sich niemand um die katholische Lehre schert.
    Das muss andere Gründe haben.
    Und ich fürchte, Kardinal Woelki kennt die auch, er verschwiegt sie nur aus allzu menschlichen Gründen.

    Vielleicht sollte man überlegen, dass absolute Maximalforderungen, bei diesem sehr intimen Thema, ein klein wenig, sagen wir mal, kontraproduktiv sein könnten.
    Und vielleicht ist man langsam dabei, auf den Trichter zu kommen, indem man die Situation der Gläubigen, die eine gescheiterten Liebe hinter sich haben, näher betrachtet. Wenn ein Ehe- und Liebeloser (Achtung! NICHT Liebloser!!!) sich überhaupt in so eine Situation hinein denken kann. Bisher scheints nicht geklappt zu haben.

    1. Die Maximalforderung stammt nicht von Menschen: „Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel (1 Petr 1, 13-15). Der heilige Gott kann keinen Rabatt geben und es billiger machen, aber er ist immer wieder bereit, unser Versagen in der hl. Beichte zu verzeihen. Davon wird aber leider kaum noch Gebrauch gemacht. Stattdessen werden heute ständig Sonderangebote von Gott eingefordert.

      1. Zitat: Die Maximalforderung stammt nicht von Menschen.

        Von Gott? Nicht einmal Jesus hat solche Irrsinns-Forderungen an die Menschen gestellt. Das war ganz eindeutig Petrus. Das ganze ist eine reine Erfindung der katholischen Hierarchie. Aber woher sollten die es auch wissen? Zölibatäre, da reden die Blinden von der Farbe.
        Und dass Paulus ein Sexualneurotiker reinsten Wassers gewesen sein muss, wie etliche Kirchenväter, geht aus Ihrem Zitat ganz klar hervor.
        Die Menschen mit ihrem Glaubenssinn haben das völlig klar erkannt und die katholische Sexualdoktrin einfach vom Tisch gefegt.
        Das Papier auf dem das steht interessiert heute keinen mehr.
        Liebe, Treue, der Versuch ein Leben lang zusammen zu bleiben und Kinder zuz haben, ja, immer.
        Niemals eine zweite Chance zu haben, wenn eine Liebe gescheitert ist? Vergessen Sie es!

  2. Mir ist nicht ganz klar, wie Woelki, Ackermann etc. bzgl. Sexualmoral Forderungen (“ positive Sichtweise vermitteln, andere Wege gehen“) plötzlich als letzten Schrei verkaufen, was seit mehreren Jahrzehnten ständig aufgewärmt wird. Dadurch wird der Geschmack nicht besser. Und mehr Menschen für den Glauben gewinnen würde man auch nicht, und wenn man, um es mal drastisch zu sagen, kostenlose Präservative am Kirchenportal anpreisen würde. – Es müßte der Kirche um die Verlebendigung des Glaubens gehen. Und darum, da stimme ich F.S. zu, Maximalforderungen herunterzuschrauben, die Sexualität dämonisieren oder spiritualisieren (letzeres die Tendenz in Familiaris consortio). Wir kommen im Kleid des Pilgers daher, auch auf diesem Gebiet.

  3. @F.M. / Lancelot
    Die katholische Kirche zwingt niemanden, nach ihrer Lehre zu leben. Jeder, der nicht an die Wahrheit der katholischen Kirche und ihrer Lehre glaubt, kann sich einer anderen Glaubensgemeinschaft – oder eben keiner – zuwenden und dort das vermeintliche Heil suchen.

    Wenn er dann merkt, wie weise und doch wahr die Lehre der katholischen Kirche, geleitet vom Heiligen Geist, ist, dann stehen ihm jederzeit die Tore zur Rückkehr offen und die Kirche wird mit Freuden den verlorenen Sohn wieder aufnehmen, so wie der Barmherzige Vater den verlorenen Sohn.

    Es geht nicht darum, dass „der Geschmack besser wird“ oder mit allen Mitteln zu versuchen, mehr Menschen für den Glauben zu gewinnen, nämlich indem man diesen Glauben den Vorstellungen und Wünschen der Menschen anpasst. Vielmehr ist der gelebte Glaube, der dem Willen Gottes entspricht, der Weg zum ewigen Heil. Und um nichts anderes geht es.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s