Bischof Zdarsa verbietet Engagement für ungeborene Kinder

Der Bischof von Augsburg verbietet die erfolgreiche „Babyflaschen-Aktion“ von 1000plus in seinem Bistum. Die Begründung lautet kurz: Die Arbeit von 1000plus dürfe nicht unterstützt werden, weil es in den Bistümern genügend kirchliche Beratungsangebote für Schwangere von Seiten der Caritas und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) gebe.
Wie bitte? Hat Bischof Zdarsa Bedenken, dass zu viele Kinder vor der Abtreibung gerettet werden? Ich vermute eher andere Gründe für dieses Verbot. Eine „Babyflaschen-Aktion“ könnte natürlich Aufsehen erregen und die Aufmerksamkeit der Medien finden. So würde der Eindruck entstehen, die katholischen Bischöfe positionierten sich gegen Abtreibung. Das möchte man verhindern. Es ist doch so, dass ein Bischof nach dem anderen vor dem Zeitgeist in die Knie geht. Der Einsatz für das Lebensrecht wird fast nur noch von Laien geleistet. Für die Bischöfe ist das Thema längst vom Tisch. Wie hört man immer wieder auch aus bischöflichem Mund: „Wir müssen uns den Realitäten anpassen.“ Auch in der Nazizeit haben sich viele Christen den Realitäten angepasst. Sie konnten ruhig schlafen. Die anderen aber, die sich Gottes Geboten verpflichtet fühlten, mussten ins KZ.

Dokumentation

Advertisements

17 Kommentare zu „Bischof Zdarsa verbietet Engagement für ungeborene Kinder

  1. Das ist falsch! Es geht hier nicht um das Verbot einer Babyflaschen-Aktion, es geht darum, daß 1000+ Pfarreien zum Sammeln von Spenden auffordert, weil es angeblich sonst keine Beratung für das Leben im Bistum gibt. Das stimmt aber gar nicht. Es ist nicht einzusehen, wieso die Infrastruktur von Pfarreien genutzt werden soll, um eine Parallelstruktur von Beratungsstellen zu finanzieren. Außerdem liegt kein schlüssiges Konzept zur Verwendung dieser Spenden vor. 1000+ hat nie mit dem Bischof gesprochen. Alles weitere sind unfaire Unterstellungen.

    1. Es sind also unfaire Unterstellungen? Lesen Sie dazu meinen Beitrag über die "wirkmächtige" Woche für das Leben:

      Und ganz aktuell:

      Lamberti und Bistum stellen Abtreibungsgegnern keine Kirche zur Verfügung

      Der Pressesprecher des Bistums Münster, Karl Hagemann, sagte u. a.: „Wir glauben, dass es bessere und zielführendere Möglichkeiten gibt, ungeborenes Leben zu schützen.“ Die katholische Amtskirche steht der Vereinigung „Euro Pro Life“ skeptisch gegenüber. Inoffiziell spricht man dort von einer „Kampftruppe“ am äußersten Rand der Kirche.

      Münstersche Zeitung 12. März 2010

      So, die Menschen die sich für die ungeborenen Kinder engagieren, stehen also am - wahrscheinlich rechten - Rand. Haben die Teilnehmer am "1000-Kreuze-Marsch" zu Hass und Gewalt aufgerufen? Sie haben gebetet, und das katapultiert sie an den äußersten Rand der Kirche. Über das blasphemische Geschrei der echten Hass-Chaoten kein Wort von Herrn Hagemann. Die gehören wahrscheinlich in die Mitte der Kirche. Natürlich hätte Herr Hagemann auch sagen können: "Es ist gut, dass Christen auf das Unrecht der Abtreibung aufmerksam machen." Aber dann hätte man ja nachfragen können: "Warum nehmen denn der Bischof und die Geistlichkeit nicht am Gebetszug teil?" Peinlich, peinlich. Dann lieber die betenden Christen diffamieren. Danke, es reicht!

      Zur Aktion von 1000plus lese man auch hier:

      1. „So würde der Eindruck entstehen, die katholischen Bischöfe positionierten sich gegen Abtreibung. Das möchte man verhindern. Es ist doch so, dass ein Bischof nach dem anderen vor dem Zeitgeist in die Knie geht.“ Dieser „Trend“ soll woll auch für Bischof Zdarsa gelten, nicht wahr? Sonst würden Sie das ja nicht in diesen Zusammenhang bringen. Das ist in der Tat nichts weiter als eine unfaire Unterstellung. Auch Ihr Einsatz für den Lebensschutz rechtfertigt keine unchristlichen Mittel.

  2. Das Projekt 1000plus hilft jedes Jahr mehr als 1000 Frauen im Schwangerschaftskonflikt und ihren Kindern. 1000plus erreicht dabei Frauen, die von Caritas, SKF und Donum Vitae nicht erreicht werden. Über Beweggründe, Methoden und Mittelverwendung legt pro femina transparent Rechenschaft ab. Besonders attraktiv finde ich, dass 1000plus abseits der ideologischen Schützengräben arbeitet. Es geht nicht um Belehrung oder gar Verurteilung betroffener Frauen. Es geht um Hilfe für Menschen in Not. Kann es davon zuviel geben?
    Das Argument von Herrn Widmann „Nutzung der Infrastruktur von Pfarreien für den Aufbau von Parallelstrukturen“ geht in die Irre. Denn erstens sind es keine Parallelstrukturen: 1000plus „beackert“ ein Feld, für dessen Bearbeitung die herkömmlichen Strukturen, die unsere Kirche betreibt, fördert oder aktiv duldet, nicht aufgestellt sind. Sinnvoller als Abgrenzung ist aus diesem Grund Kooperation. Und zweitens geht es nicht um die Infrastruktur sondern um die Gläubigen. Ihnen stellt sich das Projekt vor, bei ihnen wirbt es um Unterstützung. Ich unterstütze es.

  3. Ach, Herr Widmann! Es tut weh, Sie aus dieser Position bürokratischer Überheblichkeit argumentieren zu sehen. Ich bin so gut wie sicher, dass 1000plus diesen Beratungen im Bistum Augsburg nicht eine einzige Schwangere im Konflikt „wegnimmt“, sondern dass es Menschen hilft, die von den anderen Beratungen nicht erreicht werden. Bedenken Sie bitte, dass es beinahe immer um ein sehr enges Zeitfenster geht und die 1000plus Beraterinnen dort präsent sind, wo betroffene Frauen heute zuerst Hilfe suchen: im Internet.
    Das war doch damals das Problem, als unsere Kirche, theologisch konsequent, aus der Konfliktberatung mit Schein ausstieg: Wir alle fragten uns damals: Wie können wir denn dann die betroffenen Frauen noch erreichen, wenn sie nicht mehr wegen des Scheins zu uns kommen? 1000plus zeigt, dass man mehr von ihnen erreichen kann, als wir damals geglaubt hätten. Das ist eine gute Nachricht.
    Es ist rechnerisch möglich, dass es eines Tages mehr Hilfe für Schwangere in Not gibt, als gebraucht wird. Aber ich glaube, dass wir von dieser im Grunde wünschenswerten Situation noch weit entfernt sind. Es ist deshalb schon schlimm genug, dass die wenigen Gruppen, die sich für den Schutz ungeborener Kinder engagieren, das Bistum Augsburg eingeschlossen, nicht besser miteinander zusammenarbeiten. Aber die offensive Verteidigung eines „Firmenmonopols“, wie sie jetzt durch die Bistümer Augsburg und Speyer vorgemacht wird, hat eine andere, bedrückendere Qualität.

    1. Der (auch noch so gute) Zweck, Herr Stollmeier, heiligt nicht die (schlechten) Mittel!

      Es geht überhaupt nicht darum, daß 1000plus der Diözese Augsburg Beratungsfälle wegnimmt, das hat auch niemand behauptet.

      Es geht 1. darum, daß Sie – egal wofür Sie werben – erst einmal mit dem einig werden müssen, dessen Struktur Sie dafür benutzen.
      2. Wenn das, wofür Sie Geld eintreiben, dem ähnelt, was die jeweilige Institution selbst tut, dann müssen Sie mit dieser Institution kooperieren. Das wiederum setzt voraus, daß die Institution prüfen muß, ob das, was Sie tun, auch ihren Standards entspricht. Das ist ein offener Prozeß.
      3. Wenn Sie sich um diese allgemeinen und kirchenrechtlichen Standards des Miteinanders und der Zusammenarbeit nicht scheren, dann setzen Sie sich dem Vorwurf des „Wilderns“ und der Etablierung von Parallelstrukturen aus. Sie zerstören Vertrauen.

      Damit haben Sie dem Anliegen des Lebensschutzes keinen guten Dienst erwiesen.

      1. Bei allem gebotenen Respekt, Herr Widmann,
        Ihr Schlusssatz ist demaskierend. Noch dazu für einen hauptamtlichen Mitarbeiter der Diözese Augsburg. Wissen Sie übrigens nicht, dass 1000plus versucht hat, mit Ihrem Bistum ins Gespräch zu kommen?

      2. Herr Stollmeier, ich schreibe hier als Privatmann von meiner Privatadresse aus meine Privatmeinung – das sollten Sie als erstes respektieren.

        Zweitens: Wenn Sie etwas „demaskierend“ finden, dann sagen Sie halt, was Sie nun entdeckt zu haben glauben!

        Und drittens: Natürlich weiß ich, daß es einen unbeantworteten Brief gibt. Sie verbreiten es ja. Aber wenn Sie mir einen Brief schreiben, ob ich mit Ihnen dies und das besprechen will, und Sie erhalten keine Antwort – was sagt Ihnen das dann? Und wozu glauben Sie dann, daß Sie berechtigt sind?

  4. Sehr geehrter Herr Widmann, zugestanden: Ich glaube Ihnen, dass Ihre Privatmeinung sich mit dem Handeln Ihres Arbeitgebers uneingeschränkt deckt. Das kann vorkommen, das geht mir persönlich auch oft so (nicht immer). Und manchmal geht es mir sogar auf die Nerven, wenn man mir nicht zutraut, aus eigener Kraft derselben Meinung zu sein wie mein Arbeitgeber.
    Leider ist die Meinung, die Sie hier vertreten, im Prinzip identisch mit der Auffassung, nur hauptamtliche Katholiken wären richtige Katholiken. Da die meisten hauptamtlichen Katholiken richtige, beispielhaft engagierte Katholiken sind (warum sonst würden sie diesen Berufsweg gehen?), ist das ein verständlicher Irrtum. Aber es ist zugleich auch ein tragischer Irrtum.
    Wenn ich einen Brief schreibe und keine Antwort erhalte, ja was meinen Sie, was ich dann denke? Dass das Ausbleiben einer Antwort die Unchristlichkeit meines Handelns beweist? Oder das vielleicht der Bischof ein vielbeschäftigter Mann ist und nichts gegen mein Handen einzuwenden hat? MIndestens wird es legitim sein anzunehmen, dass der Bischof keine Meinung zu meinem Handeln hat.
    Vielleicht mögen Sie ja in der Bereitschaft einer ganze Reihe von Gemeinden (und Priestern!) des Bistums Augsburg, 1000plus die Gelegenheit zur Spendensammlung zu geben, ein gutes Zeichen sehen; die Urteilsfähigkeit der Beteiligten kann ja nicht gleich Null sein.
    Vielleicht mögen Sie zudem die Stellungnahme von Herrn Weihbischof Renz aus Rottenburg in der Tagespost als Indiz dafür werten, dass eine Neubewertung der Arbeit von 1000plus auch im Bistum Augsburg berechtigt sein könnte.
    Die Hauptamtlichen können nicht alles selbermachen. Sie müssen auch nicht alles selbermachen. Aber sie sollten auch nicht auf die Idee kommen, die Ehrenamtlichen wären eine Gefahr für die „Klarheit des Zeugnisses“, wenn sie ohne Auftrag der Hauptamtlichen handeln.
    Ich wünsche Ihnen und allen Teilnehmern dieser Diskussion noch eine gesegnete Karwoche.

    Mit freundlichen Grüßen
    Harald Stollmeier

    1. Sehr geehrter Herr Stollmeier,

      das erste Zeugnis des Christlichen geben wir in der Begegnung mit Menschen, die wir nicht kennen, von denen wir nichts wissen als vielleicht den Namen und ein paar Merkmale: wie einer aussieht, wo einer arbeitet oder wo einer herkommt.
      Wenn wir mit diesen Menschen, die wir nicht kennen, in ein Gespräch kommen, dann kann das auch ein kontroverses Gespräch sein. Wir haben im Laufe der Geschichte gelernt, Kontroversen in Form von reinen Sachargumenten auszutragen.
      Ob Sie ein Brillenträger sind, ob ich aus Bayern stamme, ob Sie dort arbeiten und ich hier, hat also in einem fairen Streit nichts zu suchen. Es gehört zur Streitkultur, nicht persönlich zu werden. Dazu gehören auch Unterstellungen wie die, dieser sage das ja nur, weil er … weil er ein Ausländer ist, weil er ein Sportfreak ist, weil er ein Hauptamtlicher ist. Das ist eine Unterstellung. Ich stelle mich nicht dem Argument des anderen, sondern ich unterschiebe ihm eine Motivation. Damit nehme ich den anderen nicht als gleichberechtigten Gesprächspartner, mit dem ich Sachargumente austausche, ernst, sondern ich greife in eine der unteren Schubladen. Ich versuche ihm sozusagen den Teppich unter den Füßen wegzuziehen.
      Ich fordere Sie also nochmals auf, irgendwelche Anspielungen und Unterstellungen hinsichtlich meiner Person, z.B. Beruf, zu unterlassen.
      Wir unterhalten uns hier auf der Ebene von Sachargumenten oder wir unterhalten uns nicht mehr.
      Überlegen Sie sich mal, was Sie von sich aussagen, wenn ich sagen muß: „Besser anonym, sonst wird man hier nur angemacht“.

      Punkt zwei: Aus einem unbeantworteten Brief kann man eine Menge mehr Schlußfolgerungen ziehen. Vielleicht habe ich mich ja an den Falschen gewandt. Vielleicht sollte ich es an anderer Stelle noch einmal versuchen. Vielleicht möchte der Adressat mit mir nichts zu tun haben. Vielleicht sollte ich einen Mittelsmann einschalten. Vielleicht ist der ja gar nicht zuständig. Vielleicht bekommt er ja so viel Post, daß mein Brief untergegangen ist. Vielleicht hat er ihn ja weitergeleitet und der Brief ist irgendwo hängen- oder liegengeblieben.

      Mittlerweile wäre auch die Überlegung angebracht: Vielleicht hätten wir den Brief ja nicht ins Internet stellen, nicht herumzeigen sollen. Vielleicht war es keine gute Idee, diesen Vorgang in der Öffentlichkeit zu bewerten.

      Ich bin der Auffassung, Sie und dieser Verein sollten selbstkritischer mit ihrer Kommunikation umgehen. Fastenzeit.

      Sollten Sie in Ihrer Antwort fortfahren, persönlich zu werden, möchte ich den dafür Zuständigen auf dieser Seite ersuchen (vielleicht sind Sie es ja selbst), alle meine Eintragungen zu löschen. Ich habe zwar viel Zeit investiert dafür, aber unter der Voraussetzung christlicher Umgangsformen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Michael Widmann

  5. Sehr geehrter Herr Widmann,
    vielleicht sollten Sie den einleitenden Absatz meines vorausgegangenen Postings einmal jemandem zeigen, der nicht furchtbar aufgeregt ist. Ich habe insoweit ein reines Gewissen, als ich mit diesen Zeilen einzig und allein bezweckte, Ihnen zu sagen: Ich erkenne an, dass Sie hier, wie Sie selbst erklären, als Privatmann schreiben, ich glaube Ihnen, dass sie ehrlich überzeugt sind von dem, was Sie schreiben, und ich räume ein, dass ich Ihnen Unrecht getan habe, soweit ich angenommen habe, dass Sie hier sozusagen nur für Geld schrieben, ja sogar das mir einfällt, dass es mir auch schon so gegangen ist wie Ihnen. Ich hoffe, ich habe mich diesmal so ausgedrückt, dass Sie verstehen, was ich meine.
    Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Ich arbeite bei einer Krankenkasse und halte unabhängig davon Organtransplantationen (unter den Bedingungen der deutschen Transplantationsgesetze) für eine gute Sache. Es war und ist für mich frustrierend, wenn Kritiker meine Argumente in dieser Sache regelmäßig mit der Aussage zu entwerten versuchen, ich sei ja durch meinen Arbeitgeber verpflichtet, diese Meinung zu vertreten. Also nochmals: Ich halte es nicht für belanglos, dass Sie für die „andere Seite“ arbeiten. Aber ich glaube Ihnen, dass Sie redlich Ihre eigene Meinung vertreten und das auch tun würden, wenn sie von der Ihres Arbeitgebers abwiche, und soweit ich den Eindruck erweckt habe, ich hätte daran Zweifel, bitte ich um Entschuldigung.
    Eine völlig andere Frage ist, dass ich nicht Ihrer Meinung bin, ja Ihre Meinung für einen tragischen Irrtum halte. Aber in dieser Hinsicht sind wohl alle Argumente ausgetauscht, insbesondere nachdem Sie auf meine Sachargumente, v. a. den Hinweis auf den Artikel von Herrn Weihbischof Renz, gar nicht eingehen. Vielleicht können Sie den Artikel dann doch noch in Ruhe lesen, nachdem Sie akzeptiert haben, dass ich Ihnen gar nichts persönlich will.
    Übrigens bin ich in diesem Forum einfach nur Gast, genau wie sie. Und bei 1000plus bin ich rein ehrenamtlicher „Botschafter“ und erhalte dort weder Honorare noch Anweisungen. Übrigens leite ich auch nicht die Kommunikation von 1000plus.
    Bitte erlauben Sie mir dennoch, kurz auf Ihre Kritik an der Veröffentlichung des Briefes und an der öffentlichen Kritik von 1000plus am Vorgehen der Bistümer Ausgburg und Speyer einzugehen. Ich halte diese öffentliche Kritik und die Vorlage eines Beweises dafür, dass 1000plus das Gespräch mit den Bistümern gesucht hat, für absolut angebracht. Wenn man a) offiziell und b) öffentlich per Bistumspresse ungerecht behandelt wird, was soll man denn dann sonst tun?
    Vielleicht fällt Ihnen auf, dass ich weit entfernt davon bin, in dem von mir kritisierten Vorgehen Ihres Bistums das Wirken des Teufels oder irgendeine Verschwörung zu erkennen. Ich glaube dem Bischof von Augsburg und seinen Mitarbeitern, dass die von ihnen benannten Gründe für ihr Vorgehen die wahren Gründe sind. Und ich hoffe: Das ist nicht das letzte Wort.

    Gesegnete Ostern wünscht Ihnen
    Harald Stollmeier

    1. Sehr geehrter Herr Stollmeier,

      haben Sie ganz herzlichen Dank, auf dieser Ebene können wir das Gespräch fortsetzen – auf der rein argumentativen Ebene – unter Absehung von Stand, Beruf, Herkunft usw.

      Schauen Sie, Institutionen wie die Kirche haben ihre Besonderheiten. Will man mit ihnen zusammenarbeiten, muß man das ein oder andere aushalten.

      Wenn mich jemand fragen würde, wie man als neue Laieninitiative einen guten Kontakt zur sog. „Amtskirche“ bekommt, der zu einer Zusammenarbeit führt, dann hätte ich erst einmal geschwiegen. Und nach einer Pause hätte ich ein Wort gesagt: „schwierig“.

      Ich hätte die ein oder andere Geschichte erzählen können, die die Schwierigkeiten erhellt. Und ich hätte sie erzählt, um zu zeigen, was da für beide Seiten (!) schwierig ist.

      Ich hätte meine Gesprächspartner vor die Wahl gestellt, es entweder bleiben zu lassen oder mit einem dicken Fell, mit viel Geduld, mit viel Demut, mit viel Liebe einen Weg zu gehen, wie ihn in der Kirchengeschichte große Heilige gegangen sind. Diese Leute haben eine Gratwanderung durchgemacht, deren Ziel sie nach vielen Fehlschlägen und Ungerechtigkeiten nicht immer zu Lebzeiten erreicht haben.

      Ich fürchte, der besagte Verein hätte sich darauf nicht eingelassen. Denn dazu gehört es auch, jede öffentliche Kritik zu unterlassen.

      (Das Bistum selbst sucht hier auch nicht die Öffentlichkeit. Auch die Bistumspresse fährt keine Kampagne, behandelt das Thema maximal niederschwellig.)

      Mit freundlichen Grüßen
      Michael Widmann

  6. Sehr geehrter Herr Widmann,

    es ist was dran an dem, was Sie schreiben. Aber vielleicht sind die Unvereinbarkeiten in unserem Fall weniger krass. Wir habe es ja hier nicht mit theologischen Differenzen zu tun. Es steht außer Frage, dass die Tätigkeit von 1000plus ( „der besagte Verein“ klingt schon ein wenig abschätzig, vielleicht meinen Sie das nicht so, aber gerade dann müssen Sie wissen, dass es so auf mich wirkt) vollkommen auf der Linie der katholischen Lehre ist.

    Jetzt stellen Sie sich bitte vor, Sie sind 1000plus und bekommen praktisch gleichzeitig aus zwei Bistümern Werbeverbote, die noch dazu sehr große Ähnlichkeit miteinander haben. Würden Sie dann nicht auf die Idee kommen, dass das kein Zufall ist? Und dass ähnliche Post aus weiteren Bistümern droht? Wenn Sie komplett spendenfinanziert sind, stehen Sie dann schnell vor der Situation, dass Sie Ihre Tätigkeit einstellen müssen. Das ist eine echte Notlage, und Sie könnten 1000plus mildernde Umstände zubilligen bezüglich der öffentlichen Kritik.

    Wenn ich mir ansehe, was bisweilen vom BDKJ oder aus dem Zentralkomitee kommt, dann scheint mir zudem, dass öffentliche Kritik innerhalb unserer Kirche durchaus ihren Platz hat. Zugegeben: Manches wünschte man sich schon etwas behutsamer vorgetragen, und das gilt nicht nur für Angelegenheiten des Bistums Limburg.

    Ich bitte Sie: Lesen Sie den Artikel von Herrn Weihbischof Renz. Da hört man eine Stimme der „Amtskirche“ (ich vermeide den Ausdruck an sich), die eine Versöhnung vorstellbar erscheinen lässt.

    Ich selbst werde in den nächsten Tagen versuchen, meine Gedanken zum Verhältnis von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen und sonstigen Partnern zu ordnen und zu bloggen; ich gebe Ihnen dann eine Nachricht.

    Gesegnete Ostern
    Harald Stollmeier

    1. Sehr geehrter Herr Stollmeier,

      ich habe keinen Grund anzunehmen, Sie oder der Verein stünden nicht auf dem Boden der katholischen Lehre. Auch Ihre Motivation / die des Vereins ist mit ziemlicher Sicherheit echt.

      Auch „besagter Verein“ ist nicht abschätzig gemeint. Ich dachte am Anfang, er hieße „Pro Femina / 1000plus eV“, aber da bin ich mir nun nicht mehr so sicher, denn auch „Die Birke“ spielt ja eine Rolle. Und heißt nicht der Verein eigtl. Pro Femina und die Aktion 1000plus?

      Sehen Sie, meine Unsicherheit bzgl. des Namens sagt schon etwas über das Problem. Ich z.B. weiß nicht, wie das heißt, ich weiß nicht, wer genau welche Funktion dort hat, ich weiß nicht, wer dort überhaupt alles ehrenamtlich oder gegen Bezahlung tätig ist, ob irgendwelche Leute dort Aufwandsentschädigungen erhalten, wie die Berater qualifiziert sind, was genau mit den Spenden passiert usw.

      Diese Fragen lassen sich erstens noch eine Weile fortsetzen, und zweitens müssen Sie sie mir nicht beantworten, denn ich habe sie nur aufgeworfen, um Ihnen zu verdeutlichen, daß das Bistum Augsburg das vermutlich auch nicht weiß.

      Da der Verein etwas Neues aufgebaut hat und mit der Kirche kooperieren will, hat bzw. hatte er eine Aufgabe im Bereich Informationsmanagement, die man dort Bringschuld zu nennen pflegt.

      Nehmen wir mal an, ein paar Idealisten gründen eine Versicherung. Sie wollen eine Sache ganz toll machen, von der sie glauben, da ist noch Bedarf, das können die existierenden Träger gar nicht so leisten. Die Idealisten verstehen sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung, ein Non Profit Unternehmen. Was könnten der Grund sein bzw. was könnten die für Fehler machen, daß eine der Versicherungen sagt: „Nö, mit denen nicht“?

      Wenn Sie den letzten Abschnitt mal bewußt vor dem Hintergrund der vorhergehenden lesen, dann könnte ich mir vorstellen, daß Sie auf eine Problematik aufmerksam werden, die weder etwas mit dem Text von WB Renz (den ich schon kenne) noch mit dem Verhältnis von Haupt- und Ehrenamtlichen zu tun hat, aber mit unserem Thema hier.

      Ihnen noch einen gesegneten Gründonnerstag
      Michael Widmann

  7. Sehr geehrter Herr Widmann,

    auch die Stiftung Ja zum Leben spielt eine Rolle. 🙂

    vieles von dem, was Sie schreiben ist richtig, auch wenn Sie meines Erachtens neben der Bringschuld des „Neuen“ eine Hörbereitschaft des „Alten“ fordern sollten. Jedenfalls sollten diese Defizite heilbar sein, und ich werde versuchen, im direkten Kontakt mit meinem „eigenen“ Bistum dazu beizutragen.

    Alles Gute
    Harald Stollmeier

    PS: Ausführlichere Gedanken von mir finden Sie unter http://www.moralblog.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s