Anfrage bei „katholisch.de“

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion von katholisch.de!

In Ihrem Beitrag vom 21.02.2015 kann man u. a. folgendes über Bischof Koch lesen:

  1. „Homosexualität als Sünde darzustellen, ist verletzend“, sagte er …
  2. Der Bischof hob hervor, dass nach katholischer Lehre „geistige und sexuelle Liebe unbedingt zusammengehören“.
  3. „Die Kirche braucht eine andere Sprache, wenn es um Homosexuelle geht“, betonte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen.
  4. „Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben“, so Koch, der die Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz leitet.

zu 1: Bischof Koch ist nicht fähig, sich präzise auszudrücken. Was meint er? „Homosexuelle Orientierung“ oder „praktizierte Homosexualität“. Das erstere ist keine Sünde, das zweite sehr wohl (KKK 2357). Seiner Formulierung zufolge meint er wohl eher die praktizierte Homosexualität, wie ja auch aus seiner Bemerkung Nr. 4 hervorgeht. So stellt er sich eindeutig gegen die Lehre der Kirche. Die Begründung, warum Sünde nicht mehr Sünde genannt werden darf, bleibt der Bischof schuldig

zu 2: Diese Aussage ist recht sonderbar für einen Bischof. Wenn „geistige und sexuelle Liebe unbedingt zusammengehören“, dann muss jeder Mensch, der sich des großen Glücks einer Freundschaft erfreuen kann, nach Bischof Kochs Meinung unbedingt mit seinem Freund ins Bett gehen, weil ja geistige und sexuelle Liebe unbedingt zusammengehören. Wo hat der hochwürdigste Herr Bischof diese Weisheit wohl her?

zu 3: Welche Sprache braucht denn die Kirche für Homosexuelle? Ich kenne kein kirchliches Dokument, in dem Homosexuelle diskriminiert werden. Das Gegenteil ist der Fall. Im KKK heißt es: „Man hüte sich, sie [Homosexuelle] in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.“ Was meint Bischof Koch also mit „anderer Sprache“? Wahrscheinlich das gleiche wie in Punkt 1. Auch hier wieder zeigt sich, dass er nicht fähig ist, sich klar auszudrücken. Solche Leute sollten keine Interviews geben.

zu 4: Es ist schon kurios, dass ein Bischof nach dem anderen nun plötzlich öffentlich kundtut, er „kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben“. Ich denke, zunächst ist das eine Einschleimerei bei der Homolobby. So wurde z. B. Kardinal Woelki für eine derartige Aussage für den „Respektpreis 2012“ des Berliner Bündnisses gegen Homophobie nominiert. Ansonsten, was soll diese Aussage? Es gibt viele Lebensbereiche, in denen Menschen Verlässlichkeit und Verbindlichkeit praktizieren. Ich denke da an die Pflege kranker Eltern unter Verzicht auf mancherlei Lebensgenuss, aber auch an Eltern, die ihre Kinder nicht in „Aufbewahrungsanstalten“ abschieben, sondern sich engagiert um eine menschenwürdige und glaubensfrohe Erziehung mühen, obwohl ihnen das finanzielle Nachteile und die Verachtung aller „fortschrittlichen“ Mitbürger einbringt. Aber was hat Verbindlichkeit und Verlässlichkeit mit homosexuellen Praktiken zu tun? Hier missbraucht Bischof Koch ethisch hoch stehende Verhaltensweisen, um die Sünde zu überzuckern. Er spricht hier unmissverständlich dem Verharren in der Sünde sein Lob aus. Menschen, die sich für ihre homosexuellen Praktiken zur Verlässlichkeit entschließen, bekunden damit, dass sie keinen Gedanken auf Umkehr verschwenden, sondern nach dem Motto leben „ … und das ist gut so“. Umgekehrt wird daraus ein Schuh: Menschen, die homosexuell empfinden, sich aber bemühen nach Gottes Geboten zu leben, mögen immer wieder scheitern, aber sie haben die Zusage, in der Beichte die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren. Das Lob von Bischof Koch für die „Dauersünde“ ist kontraproduktiv. Er sollte die homosexuell empfinden Menschen loben, die nicht mit „Verlässlichkeit“ sündigen, sondern sich um ein Leben nach den Geboten Gottes bemühen.

Zur „Verlässlichkeit“ homosexueller Beziehungen noch folgendes: Eine Beziehung zwischen Homosexuellen dauert im Durchschnitt nur 1,5 Jahre. Dies geht aus einer Studie aus den Niederlanden hervor, die von Dr. Maria Xiridou vom „Amsterdam Municipal Health Service“ anhand von Gesundheitsaufzeichnungen junger Homosexueller durchgeführt und im Magazin „AIDS“ veröffentlicht wurde. Bei den Untersuchungen konnte auch festgestellt werden, dass Schwule durchschnittlich acht Partner pro Jahr außerhalb ihrer Hauptbeziehung haben.

Ob es eine gute Wahl war, Bischof Koch zum Familienbischof zu ernennen?

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion, haben Sie  auch Mitarbeiter, die dazu fähig sind, sich kritisch zu solchen Bischofsworten zu äußern.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Kubon

Heute habe ich festgestellt, dass katholisch.de diese Seite entfernt hat. Sie können sich aber hier und hier über dieses Interview informieren. Sie finden die Aussagen von Bischof Koch noch bei Domradio.

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2 Kommentare zu „Anfrage bei „katholisch.de“

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