Bischof Overbeck, der Zweideutige

Guten Tag, Herr Bischof!

I. Im „Kölner Stadtanzeiger“ und anderswo konnte man Ihre Aussage lesen, dass die Bischöfe „kein Rechtgläubigkeits-TÜV“, sondern Dialogpartner auf der Suche nach der Wahrheit seien. Diese Aussage bedarf einer Klärung.
  1. Aus der Formulierung „kein Rechtgläubigkeits-TÜV“ wird deutlich, dass Sie mit Wahrheit wohl die Wahrheit meinen, wie sie von der katholischen Kirche gelehrt wird. Nun ist es ja bei einer Suche so, dass man entweder etwas sucht, was man noch nicht hat (z. B. Gold) oder etwas, was man verloren hat (z. B. einen Schlüssel). Da stellt sich zunächst die Frage: Waren Sie noch nie in der Wahrheit der katholischen Lehre beheimatet und wollen jetzt versuchen, sie zu finden (Sie würden Gold finden!), oder haben Sie die Wahrheit der katholischen Lehre verloren und möchten Sie diese jetzt wiederfinden (das wäre der Schlüssel zur authentischen Ausübung  Ihres Bischofsamtes!)?
  2. Man fragt sich weiterhin, wann Ihre Suche nach der Wahrheit beendet sein wird. Oder möchten Sie „ad infinitum“ suchen? Wenn Sie Dialogpartner erwähnen, müsste zunächst einmal geklärt werden, wen Sie als Dialogpartner akzeptieren. Wenn in Ihren Dialoggremien wirklich alle relevanten Gruppen vertreten sein sollten (auch die der unverkürzten katholischen Lehre verbundenen Katholiken) ist es nicht wahrscheinlich, dass es zu einer vollen Übereinstimmung kommen kann. Es bleibt Ihnen dann nur noch die Möglichkeit, über die Wahrheit abzustimmen. Wer diese Abstimmung heutzutage gewinnt, darüber dürfte es keinen Zweifel geben. Soll das vielleicht der Weg sein, die Wahrheit zu finden? Zudem können Mehrheiten sich aber auch ändern. Wollen Sie dann stets die „aktuelle Wahrheit“ vertreten?
  3. Und wenn Sie die Wahrheit per Abstimmung ermittelt haben, gibt es natürlich auch wieder viele Gläubige, die diese Wahrheit nicht anerkennen können. Beginnen Sie dann erneut mit der Suche?
  4. Man sollte auch einmal in der Heiligen Schrift nachprüfen, ob die Apostel ihre Mission für den christlichen Glauben mit dem Slogan begannen: „Wir suchen die Wahrheit. Wer sucht mit?“

II. Weiterhin agten Sie, die Zeit der Eindeutigkeit sei vorbei.
  1. In gewisser Weise haben Sie recht. Die Eindeutigkeit, mit der in vergangener Zeit Bischöfe die Wahrheit des katholischen Glaubens verkündet haben, ist tatsächlich vorbei. Die Eindeutigkeit der katholischen Glaubenswahrheiten ist aber keineswegs vorbei. Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen. Nur noch +/- 10  % der Katholiken besuchen regelmäßig die Sonntagsmesse. Im KKK kann man folgendes lesen:

2181 Die sonntägliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und bestätigt es. Deshalb sind die Gläubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind [Vgl. CIC, can. 1245]. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde.

Eine schwere Sünde aber muss nach katholischer Lehre gebeichtet werden, bevor man die hl. Kommunion empfangen kann. Haben Sie schon jemals die Ihnen anvertrauten Gläubigen darauf hingewiesen bzw. die Priester Ihres Bistums dazu angehalten, dies zu tun?

 Auch die hl. Schrift ist absolut eindeutig. Kardinal Müller hat Sie ja bereits darauf hingewiesen, wie wichtig der TÜV ist: „Oh, ich glaube, der TÜV ist für die Verkehrsteilnehmer sehr wichtig, damit Unfälle mit schwerwiegenden Folgen vermieden werden“, sagte der frühere Bischof von Regensburg in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.  „Wenn es um das Heil des Menschen und die Gefahren für das ewige Leben geht, haben die Bischöfe eine noch viel größere Verantwortung. Und das Wort Gottes ist sehr wohl eindeutig.“

Schauen wir einmal in die hl. Schrift, was uns der Herr über die Gefahren für das ewige Leben sagt. Beurteilen Sie selbst, ob diese Aussagen eindeutig sind:

„Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.“ (Mt 5,20); „Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen.“ (Mt 7,13); „Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt … Dämonen ausgetrieben … Wunderzeichen gewirkt? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt“ (Mt 7,22f); „Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“ (Mt 10,33); „Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.“ (Mt 13,41f); „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ (Mt 25,29).

Haben Sie Ihre Gläubigen schon einmal eindringlich auf die Gefahren hingewiesen, ihr ewiges Heil zu verlieren.

  1. Aber auch in anderen Bereichen können Sie feststellen, dass die Eindeutigkeit nicht nur nicht vorbei ist, sondern dass sie sich in unserer Gesellschaft fest etabliert hat, bzw. sich zu etablieren droht:

a) Die Tötung noch nicht geborener Kinder boomt weiterhin. Von vielen Seiten wird sogar das Recht auf Abreibung eingefordert. Das ist eindeutig und belegbar. Wann haben Sie zuletzt deutlich und medienwirksam dagegen Stellung bezogen und die Einhaltung des 5. Gebotes eingefordert? Haben Sie unsere hauseigene Waffe, das Gebet, in Ihren Pfarreien eingeführt, um diesem Unrecht entgegenzuwirken? Die Eindeutigkeit dieses Unrechts scheint Sie nicht zu beunruhigen.

„Mir scheint, dass wir uns längst an die Meldung von rund 100 000 Abtreibungen pro Jahr gewöhnt haben, und zwar nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern leider auch in unseren Kirchen. Ich befürchte, dass es diese Meldung nicht einmal mehr in unsere Sonntagsfürbitten schafft. Aber können sich Christen wirklich an die hunderttausendfache Kindestötung im Mutterleib gewöhnen? Widerspräche das nicht zutiefst ihrem Christsein und ihrem Selbstverständnis als Ebenbild Gottes? Und doch: Empfinden wir die Tötung eines ungeborenen Kindes noch als „ein Verbrechen und ein absolutes Übel“, wie es Papst Franziskus erst jüngst formuliert hat? … Da erscheint jeder, der es noch einmal aufgreift, als Störenfried. Deshalb können Lebensschützer aus christlicher Überzeugung nicht einmal mehr innerhalb ihrer eigenen Kirche mit uneingeschränkter Sympathie rechnen. Aber wenn nicht einmal mehr die Christen in unserem Land die Katastrophe der hunderttausendfachen Kindstötungen im Mutterleib thematisieren und wie Rachel beweinen, dann tut es niemand mehr. Dann aber hätten wir die Hilflosesten der Hilflosen und die Schwächsten der Schwachen bereits aufgegeben.“ (Weihbischof Thomas Maria Renz)

b) „Homoehe“ – sogar mit Adoptionsrecht – wird massiv propagiert und eingefordert. Das ist eindeutig und belegbar. Es wird damit ein Bild des Menschen und des Lebens eingeführt, „das aber in Wirklichkeit ein Menschenbild widerspiegelt, das gegen den Glauben und die recht verstandene Vernunft gerichtet ist.“ (Benedikt XVI.)  Alle Bürger – es sind vornehmlich Laien und keine Bischöfe –, die  sich dagegen wehren, werden diffamiert und in die „rechte Ecke“ gestellt. Wann haben Sie zuletzt deutlich und medienwirksam dagegen Stellung bezogen und die Einhaltung der Gebote Gottes eingefordert?

c) Die Familie – das Fundament unserer Gesellschaft – ist heute in vielfältiger Weise existenziell bedroht. Recht und Freiheit der Familie, die im Naturrecht begründet sind, finden nicht mehr die selbstverständliche Achtung, die ihnen zukommt. Die Familienschutzbewegung (keineswegs von den katholischen Bischöfen initiiert) hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, für die Familie einzustehen, sie in einem breiten Bürgerbündnis zu verteidigen, wo sie offenen oder versteckten Angriffen ausgesetzt ist und sie in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern und zu stärken.

Bischof

Wann und wo haben Sie sich – auch medienwirksam – für die Rechte der Familie eingesetzt?

c) Die sog. „Sexualpädagogik der Vielfalt“ erlaubt es, Kinder schon vom Kindergarten an zu verwirren, zu manipulieren und zu sexuellen Handlungen aufzufordern. So wird die Unversehrtheit unserer Kinder gefährdet, werden kindliche Schamgrenzen gebrochen und  fundamentale Eltern-Rechte verletzt.

Kinder und Jugendliche sollen lernen, »Geschlechterbilder« und »Geschlechterrollen« zu »hinterfragen«. Sie sollen ggf. an sich selbst homosexuelle Neigungen suchen. Ein Lernziel für die siebte Klasse lautet: »Heterosexualität als Norm in Frage stellen«. Dildos, Anti-Baby-Pillen, Vaginalkugeln, Potenzmittel, Kamasutra sowie »Gruppensex-Konstellationen« ziehen in den Schulunterricht ein. Bei der Einrichtung eines »Puffs für alle« sollen Jugendliche ab 15 Jahren lernen, »Sexualität sehr vielseitig zu denken«. Eine »ungewollte Schwangerschaft« zählt mit den Geschlechtskrankheiten wie HIV zu den großen Gefahren der Sexualität. Familienplanung kommt kaum noch vor, möglicher Kinderreichtum schon gar nicht.

Achtjährige sollen künftig über Sexualpraktiken wie Analverkehr oder Fellatio referieren – was ein ungeheuerlicher Angriff auf die Würde des Kindes und dessen Entwicklungsstadium ist.

 Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt Standards für Sexualaufklärung mit diesen Themenvertiefungen:

0 – 4 Jahre        Frühkindliche Masturbation
4 – 6 Jahre        Selbstbefriedigung, Homosexualität
6 – 9 Jahre        Geschlechtsverkehr, Verhütung, Lust
9 – 12 Jahre      Gender-Orientierung
12 – 15 Jahre    Alles über das Thema „Sex“

Kinder1

Kinder2

Interessiert Sie das überhaupt?  Wann und wo haben Sie sich entschieden und medienwirksam dagegen gewehrt, dass unsere Kinder schon vom Kindergarten an verwirrt, manipuliert und zu sexuellen Handlungen aufgefordert, ihre Schamgrenzen gebrochen und  fundamentale Eltern-Rechte verletzt werden?

III. Außerdem haben Sie gefordert,  dass die Freiheit des Denkens gestärkt und nicht reglementiert wird, und dass Glaube und Glaubenskonsens in der Kirche nicht mit autoritativen Mitteln durchgesetzt werden könnten.

  1. Für wenig differenziert denkende Menschen hört es sich natürlich gut an, dass die Freiheit des Denkens gestärkt und nicht reglementiert werden soll. Schaut man tiefer, ergibt sich ein anderes Bild. Überlegen Sie bitte einmal folgendes: Auf einem Vegetarierkongress macht jemand Reklame für leckere Schweinesteaks. Er wird von den Verantwortlichen aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen. Wird dadurch die Freiheit seines Denkens reglementiert? Keineswegs. Er kann überall seine Reklame für Schweinesteaks machen, aber eben nicht auf einem Vegetarierkongress. Wenn er das ohne Beanstandung dort tun dürfte, würden sich die Vegetarier lächerlich machen. Und genau das muten Sie der katholischen Kirche zu!
  • Wenn ein Lehrer „Bischof Overbecks Freiheit des Denkens“ einfordert und sich nicht an den Lehrplan hält und die Schüler etwas anderes lehrt, wird er entlassen.
  • Wenn in der Firma Mercedes ein Mitarbeiter „Bischof Overbecks Freiheit des Denkens“ für sich in Anspruch nimmt, und die Produkte seiner Firma schlecht macht, wird er entlassen.
  • Wenn ein Fußballspieler „Bischof Overbecks Freiheit des Denkens“ für sich in Anspruch nimmt und glaubt, die Regeln nicht beachten zu müssen, wird er vom Platz gestellt.

Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.

Wie aber sieht es in der evangelischen Kirche aus, wo ja nun die von Ihnen gewünschte Freiheit des Denkens – außer man ist politisch inkorrekt – verwirklicht ist?

Exkurs 1: Evangelische Kirche:

Michael Diener, Ratsmitglied der EKD, sagte in einem Interview der WELT folgendes:

„Als Pfarrer habe ich gelernt, anzuerkennen, dass Menschen bei dieser Frage [Homosexualität] die Bibel anders lesen…“

Wenn bei dieser Frage, warum dann nicht auch bei anderen Fragen? Jeder kann also aus der hl. Schrift herauslesen, was ihm gerade passt. Hier gehen Sie also mit Herrn Diener konform: Die Zeit der Eindeutigkeit ist vorbei.

Margot Käßmann, Botschafterin des Lutherjubiläums, meint: „Da bin ich ganz Theologin des 21. Jahrhunderts. Ich glaube, dass Maria eine junge Frau war, die Gott vollkommen vertraut hat. Aber dass sie im medizinischen Sinne Jungfrau war, das glaube ich nicht… Ich denke, dass Josef im biologischen Sinne der Vater Jesu war.” (SPIEGEL 22.7.2013)

Der Superintendent im Ruhestand Herbert Koch (Garbsen) sagte, das Glaubensbekenntnis sei für ihn eine „fundamentalistische Zumutung“ und ein wesentlicher Grund für die rückläufige Teilnahme an Gottesdiensten. Höchstens zehn Prozent der evangelischen Mitglieder glaubten an die Jungfrauengeburt und weniger als jeder dritte Protestant, dass Jesus Gottes Sohn sei. Weitere Zitate von Herrn Koch: „Die Kirche rechnet sicher mit allerlei aber auf keinen Fall mit der Wiederkunft Christi.“

Weiter äußerte er sich dahingehend,  dass das, was kirchliche Leiter wirklich verbinde, nicht das Glaubensbekenntnis sei, sondern das Interesse, die Kirche zu erhalten.

In einem  Aufsatz in der BZ vom 6.6.2013 bezweifelt der ehemaligen Landesbischof Dr. Ulrich Fischer die leibliche Auferstehung von Jesus, ohne die der Christusglaube eine Illusion ist.

Der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, wertete  in einem Interview  die Aussage im Glaubensbekenntnis, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde, als für den Glauben „nicht entscheidend“.

Neben der „Ehe“ wird in der EKD-Synode der nebulöse Begriff „familiäres Zusammenleben“ eingeführt und erklärt. Das Pfarrhaus wird damit offiziell für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften im Amt geöffnet. Das jüdisch-christliche Verständnis von Familie wird aufgebrochen.

Auch diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen.

Aber hier hört dann die Freiheit doch auf:

Wegen seiner kritischen Haltung zu praktizierter Homosexualität und zur Öffnung des Pfarrhauses für gleichgeschlechtliche Partnerschaften darf ein Kreis von Theologiestudenten nicht länger Gottesdienst in der Leipziger Peterskirche feiern. Das bestätigte ein Mitglied des „Theo-Kreises“, der bisherige Studienassistent David Keller, auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Herr Bischof, ich frage Sie eindringlich: Wollen Sie die katholische Kirche in dieses Fahrwasser navigieren?

Es sind wohl die Theologen, auf die ja wohl hauptsächlich ihre Forderung nach „Freiheit des Denkens“ zielt. Schauen wir einmal, wovon deutsche katholische Theologen träumen.

Exkurs 2: Die deutschen Theologen:

Im Dezember vergangenen Jahres fand ein Kongress deutscher Theologen an der Katholischen Akademie Bayern in München statt. Im Schlussdokument wird unter anderem gefordert, die Theologie „neben dem Lehramt der Bischöfe als unverzichtbares Lehramt in der Kirche“ zu sehen. Bemerken Sie, zu welch absurden Ergebnissen Ihre Forderung nach der Freiheit des Denkens führt? Halten die deutschen Theologen die Gläubigen wirklich für so dumm? Selbst das Lehramt der Bischöfe ist heute nicht mehr eindeutig, wie Sie ja richtig feststellen. Und dann soll dazu noch ein Lehramt der „Theologen“ kommen? Jeder aufmerksame Beobachter der Szene weiß doch, dass es zu allen wichtigen Fragen des Glaubens unter den Theologen total konträre Aussagen gibt. Welchem Lehramt sollen die Gläubigen nun vertrauen? Dem Lehramt des Theologen  A.,  dem Lehramt des Theologen B, dem Lehramt von Bischof C oder gar dem Lehramt von Bischof D? Bei diesen vielen Lehrämtern ist es doch nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen die Kirche verlassen. Die Wahrheit suchen kann man schließlich auch ohne Kirche.

Und dann ist da noch Ihre Bemerkung, dass Glaube und Glaubenskonsens in der Kirche nicht mit autoritativen Mitteln durchgesetzt werden können.

Da haben Sie Recht. Der Glaube muss eine Sache des Herzens und des Verstandes sein. Erzwingen kann man ihn nicht. Die Kraft des katholischen Glaubens kommt nicht aus der Aktualität seiner Grundsätze, sondern aus einer Wahrheit, vor der die Zeiten und die Geschichte sich als ohnmächtig erweisen. Aber wenn katholische Bischöfe, Priester und Theologen diese katholischen Glaubenswahrheiten ablehnen,  sollte man doch zumindest soviel Charakterstärke erwarten können, dass diese sich der evangelischen Kirche anschließen. Dort können Sie alles vertreten, was ihrem genialen Denken in den Sinn kommt. Die Gefahr, dass ihre Thesen politisch inkorrekt sein könnten, besteht mit Sicherheit nicht. Die Frage ist, warum sie diesen Weg nicht gehen.  Ich kann da nur einen Grund ausmachen: Den „die Freiheit des Denkens“ einfordernden Bischöfen und Theologen geht es überhaupt nicht um die Freiheit des Denkens – wie gesagt, die finden sie ja in der evangelischen Kirche – es geht ihnen darum, Macht auszuüben und die der Wahrheit des katholischen Glaubens verpflichteten Katholiken endlich mundtot zu machen. Ihre saloppe Bemerkung,  dass die Bischöfe „kein Rechtgläubigkeits-TÜV“ seien, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sie Ihr bischöfliches Amt nicht im Sinne der katholischen Kirche ausüben wollen, denn Sie sollten als Bischof sehr wohl

  • die Wahrheit des katholischen Glaubens verkünden und nicht nur suchen,
  • die Freiheit des Denkens verteidigen, aber auch dem richtigen Ort zuweisen,
  • darüber wachen, dass katholische Theologen nicht die Wahrheiten des Glaubens relativieren, sondern sie vertiefen,
  • den Mut haben, Theologen und Priester, die den katholischen Glauben bekämpfen und die Gläubigen verunsichern, auf ihre Chancen in der evangelischen Kirche hinzuweisen und ggf. auch ihres Amtes zu entheben.

Ampel

Ich weiß natürlich nicht, warum Sie derartige Äußerungen von sich geben. Eines aber ist sicher:

Sie verstoßen nicht gegen die politische Korrektheit und den Zeitgeist und haben somit keine Angriffe von den Medien zu befürchten. Ein lohnendes Ziel für einen Bischof?

Mit freundlichen Grüßen

Johannes

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