Hat er? Hat er nicht? (Update)

Die Diskusion um Amoris Laetitia zeigt, dass der Hl. Vater keine Klarheit schaffen kann oder will. Niemand weiß genau, welche Absichten er hat, viele befürchten das Schlimmste. Die Kommentare reichen von „Es hat sich nichts geändert“ bis „Ein katastrophales Dokument“. Schon seit Jahren wird um das Thema der wiederverheirateten Geschiedenen gestritten. Eigentlich sollte der Papst ja die Katholiken  im Glauben stärken und nicht verwirren. Wenn er von Beginn der Diskussionen an sich auf „Familiaris consortio“ (s. u.) berufen hätte, wäre den Gläubigen vieles erspart geblieben.

Ich bin dabei, das Dokument durchzuarbeiten. Es wird einige Zeit dauern, da ich öfter eine Pause einlegen muss, um darüber nachzugrübeln, ob dieses Dokument tatsächlich von einem Papst stammen kann. Hier ein Beispiel aus Nr. 38:

O-Ton AL: Viele haben nicht das Gefühl, dass die Botschaft der Kirche über Ehe und Familie immer ein deutlicher Abglanz der Predigt und des Verhaltens Jesu gewesen ist, der zwar ein anspruchsvolles Ideal vorgeschlagen, zugleich aber niemals die mitfühlende Nähe zu den Schwachen wie der Samariterin und der Ehebrecherin verloren hat.

Hier wird die Hl. Schrift eindeutig zu einer Manipulation missbraucht. Durch die Formulierung „zwar ein anspruchsvolles Ideal vorgeschlagen, aber …“ soll der Eindruck erweckt werden, dass es dem Herrn mit dem Ideal nicht so ernst ist, schließlich handelt es sich nur um einen Vorschlag und der ist seinem Wesen nach unverbindlich. Das anschließende „aber“ verstärkt dieses Verständnis noch, zumal gegenüber der Ehebrecherin nur eine mitfühlende Nähe konstatiert wird, nicht aber die Aufforderung, künftig nicht mehr zu sündigen. Mir ist auch keine Bibelausgabe bekannt, in der das Gebot Jesu: „Was der Mensch verbunden hat …“ als unverbindlicher Vorschlag dargestellt wird. Sollten wir im Sinne von Papst Franziskus die Hl. Schrift nicht in: „Buch der Vorschläge“ umbenennen?

Aus „Familiaris consortio“:

„… Zusammen mit der Synode möchte ich die Hirten und die ganze Gemeinschaft der Gläubigen herzlich ermahnen, den Geschiedenen in fürsorgender Liebe beizustehen, damit sie sich nicht als von der Kirche getrennt betrachten, da sie als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen können, ja dazu verpflichtet sind. Sie sollen ermahnt werden, das Wort Gottes zu hören, am heiligen Meßopfer teilzunehmen, regelmäßig zu beten, die Gemeinde in ihren Werken der Nächstenliebe und Initiativen zur Förderung der Gerechtigkeit zu unterstützen, die Kinder im christlichen Glauben zu erziehen und den Geist und die Werke der Buße zu pflegen, um so von Tag zu Tag die Gnade Gottes auf sich herabzurufen. Die Kirche soll für sie beten, ihnen Mut machen, sich ihnen als barmherzige Mutter erweisen und sie so im Glauben und in der Hoffnung stärken. Die Kirche bekräftigt jedoch ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen. Sie können nicht zugelassen werden; denn ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse stehen in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht. Darüber hinaus gibt es noch einen besonderen Grund pastoraler Natur: Ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe Irrtum und Verwirrung. …“ (Familiaris consortio, 84)

Eine Auswahl von Kommentaren (wird ständig ergänzt) finden Sie hier.

 

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