Kardinal Marx und der Ausverkauf des Katholischen

In der Zeitung mk online konnte man unter der Überschrift „Christus hat uns einander näher gebracht“ u. a. folgendes lesen:

Das Reformationsjahr war ein Weg der Annäherungen … Wir sind miteinander einen Weg gegangen und haben gemeinsam Jesus Christus in den Mittelpunkt gestellt, der uns alle miteinander verbindet. … gestärkt durch die vielen auch öffentlich sichtbaren Zeichen, die gezeigt haben, dass man die Christen in Deutschland nicht mehr auseinander bekommt.

Ein hirnloses Geschwafel sondergleichen. Und trotzdem finden Sie meine Überschrift als nicht gerechtfertigt? Gehen wir einmal logisch an die Sache heran:

Da ist einmal das Wort „Annäherung“. Es stellt sich die Frage: Wer hat sich wem angenähert? Gibt es ein Beispiel dafür, dass sich die evangelische Kirche – EKD – in irgendeinem Bereich der katholischen Lehre angenähert hat? Das dürfte nicht zu finden sein. Sicher kann man hier einwenden, dass durch das Verstecken des Kreuzes als Unterwerfungsgeste gegenüber dem Islam beim Besuch in Jerusalem eine gewisse Annäherung zwischen Kardinal Marx und Herrn Bedford-Strohm stattgefunden hat. Aber mit christlichem Bekenntnis hat das doch wohl wenig zu tun. So muss man notgedrungen schlussfolgern, dass sich Kardinal Marx in bedenklicher Weise dem Protestantismus angenähert hat.

Nehmen wir einmal die Aussage von Frau Käßmann – sie ist keine Marktfrau, sondern Lutherbotschafterin und Repräsentantin der EKD – zu einem zentralen Punkt des Glaubensbekenntnisses:

Für mich ist das eine sehr solide Familie. Maria, Josef, samt den Kindern, die sie gemeinsam hatten. Ich denke, dass Josef im biologischen Sinne der Vater Jesu war. Gott war es im geistigen.

Das ist also die Annäherung „made by Marx“.

Und die Aussage, man habe gemeinsam Jesus Christus in den Mittelpunkt gestellt, ist wohl mit vielen Fragezeichen zu versehen. In einer Kolumne von SPON – sicher kein katholisch-fundamentalistisches Blatt – liest man:

Ich bin nicht so leicht zu erschüttern, wie jeder weiß, der dieser Kolumne regelmäßig folgt. Aber mich hat der Vorgang sprachlos gemacht. Wie soll man es anders nennen als eine Verleugnung des Glaubens, wenn zwei wichtige Repräsentanten des Christentums bei einer Pilgerreise aus Rücksicht auf die Reizbarkeit muslimischer Glaubensvertreter ihr Kreuz ablegen? Es sind in der Geschichte des Christentums eine Menge Leute gestorben, weil sie genau das abgelehnt haben. Man kann das unvernünftig oder verbohrt finden, in den Kirchen werden sie heute als Heilige und Märtyrer verehrt. So ist das nun einmal mit dem Glauben: Den Gläubigen imponiert Standfestigkeit, nicht die Kapitulation vor fremden Mächten.

Soviel zum Thema: Wir … haben gemeinsam Jesus Christus in den Mittelpunkt gestellt.

Zum Thema „dass man die Christen in Deutschland nicht mehr auseinander bekommt“ lesen Sie bitte hier.

Und dann gibt es noch das Buch

Pfarrer Rainer M. Schießler. Himmel, Herrgott, Sakrament. Auftreten statt austreten. – Kösel-Verlag 2016, 15. Auflage, 256 Seiten, gebunden, ISBN-10: 3466371473 / ISBN-13: 978-3466371471.  – 19.99 €

Das Buch ist bereits in der 15. Auflage erschienen. Mehr über das Buch lesen Sie hier.

Die Aussagen von Herrn Schießler belegen eindeutig, dass Kardinal Marx  – wie es die Überschrift dieses Artikels sagt, einen Ausverkauf des katholischen Glaubens betreibt. Er ist kein „Hirte“, sondern wie es in der Heiligen Schrift heißt, ein „Mietling“, der seine Schafe im Stich lässt. Wieso? Wer dieses Buch liest, muss mit Recht davon ausgehen, dass Kardinal Marx mit den Aussagen von Herrn Schießler konform geht, sonst hätte er dagegen einschreiten müssen. Ein katholischer Pfarrer kann durchaus in vielen Fragen anderer Meinung als sein Bischof sein, nicht aber in Fragen des Glaubens und der kirchlichen Lehre. Duldet also Kardinal Marx die Aussagen von Herrn Schießler, dann führt er die ihm anvertrauten Gläubigen in die Irre und betreibt unmissverständlich einen „Ausverkauf des katholischen Glaubens“.

 

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2 Kommentare zu „Kardinal Marx und der Ausverkauf des Katholischen

  1. Da werden „Wege gegangen“, da fühlt man sich verbunden und gestärkt. Warum nennt man nicht einfach greifbare und exakte Ergebnisse des „ökumenischen Dialoges“? Gerade 2017 wäre doch dafür ideal gewesen: Medieninteresse satt und jede Menge Sendezeit dafür? Da hätte man gleich die „spirituellen und theologischen Gaben, die uns die Reformation geschenkt hat“ explizit aufgeführen können und die „entscheidenden theologischen Übereinstimmungen“ gleich mit.

    Vielleicht hat sich ja aber gar nix geändert an der verschiedenen Zählweise der Sakramente, am unterschiedlichen Bibelkanon, der Verneinung der Priesterweihe samt der Realpräsenz Christi im allerheiligsten Altarsakrament usw. Dann wäre allerdings das ganze Ökumenegeschwafel als Beschäftigungstherapie erkennbar und das will man natürlich vermeiden.

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