Deutsche Bischofskonferenz im moralischen Abseits

Auf dem „Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland“ konnte man einmal mehr erfahren, dass die „Deutsche Bischofskonferenz“ sich im moralischen Abseits bewegt. So äußerte sich dort ein gewisser Herr Olding  u. a. folgendermaßen: „Aus derselben Ehrfurcht vor der Würde des Lebens kann ich aber auch nicht anders als einer jeden Frau, egal welche Entscheidung sie trifft in dieser Situation ihr beizustehen. Deshalb halte ich es für einen der größten Fehler, den die katholische Kirche in Deutschland begangen hat, nämlich sich aus der Schwangerschaftskonfliktberatung herauszuziehen.“

Sehr geschickt getarnt, wünscht sich  Herr Olding, dass die katholische Kirche einer Frau, welche die Tötung ihres Kindes in Betracht zieht (egal welche Entscheidung sie trifft!!!), beizustehen habe. Das heißt doch nichts anderes, als dass die Kirche an der Ermordung eines  Kindes mitzuwirken habe. Diese Behauptung wird durch den Satz „Deshalb halte ich es für den größten Fehler …“ bestätigt. Zudem stimmt die Behauptung nicht, die Kirche habe sich aus der Beratung zurückgezogen. Tatsache ist, dass die katholischen Beratungsstellen keine Tötungslizenz (Tarnwort: Beratungsschein) mehr ausstellen. Die Kirche muss alles Erdenkliche tun, um den Frauen in einer Konfliktsituation beizustehen. Sie muss alles versuchen, eine Frau davon zu überzeugen, dass die Tötung ihres Kindes keine Lösung sein kann. Aber sie kann der Frau nicht dazu verhelfen – wie es Herr Olding fordert – ihr Kind töten zu lassen. Und wenn eine Frau diesen verhängnisvollen Schritt getan hat, dann ist wieder die Kirche gefordert. Sie darf der Frau Gottes Vergebung ihrer Schuld zusichern, wenn sie ihre Tat aufrichtig bereut. Aber eben das, was Herr Olding fordert, einer Frau bei der Tötung ihres Kindes beizustehen, kann und darf die Kirche nicht leisten.

Herr Olding: „Aus derselben Ehrfurcht vor der Würde des Lebens kann ich aber auch nicht anders als einer jeden Frau, egal welche Entscheidung sie trifft in dieser Situation ihr beizustehen.“

Auch in dieser Situation? ReinsterSarkasmus!

Logik in Kurzform:

  • Herr Olding hält „es für einen der größten Fehler, den die katholische Kirche in Deutschland begangen hat, nämlich sich aus der Schwangerschaftskonfliktberatung herauszuziehen“.
  • Da sich die Kirche nicht aus der Beratung zurückgezogen hat, kann Herr Olding den Fehler der Kirche nur darin sehen, dass sie keine sog. Beratungsscheine mehr ausstellt.
  • Folglich hält es Herr Oldimg für einen der größten Fehler der Kirche, dass sie keine Beihilfe zum Kindermord mehr leistet.

Das Viedeo finden Sie hier:
http://www.katholisch.de/video/20708-wie-umgehen-mit-abtreibung-klartext

 

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Herder Korrespondenz politisch völlig korrekt

Kürzlich verschickte die „Herder Korrespondenz“ (HK) die Umfrage „AfD, Pegida und Co.“ Mir erscheint die Umfrage von der Qualität her äußerst dürftig und von der Ausrichtung her manipulativ und einseitig. Bevor ich auf die einzelnen Fragen eingehe, drei Vorbemerkungen.

In der Umfrage werden u. a. folgende Begriffe benutzt:

  1. „Flüchtlinge“ bzw. „Flüchtlingspolitik“

Diese Begriffe für die hier angesprochene Problematik zu verwenden zeigt, dass Differenzierung keine Stärke der HK ist. Wenn man sich umfassend informiert  hätte, müsste man erkennen, dass nicht nur „Flüchtlinge“ in unser Land kommen.

  1. „rechtspopulistisch“

Das Attribut „rechts“ ist absolut nichtssagend. Wären die Verantwortlichen der Umfrage umfassend informiert, dann wüssten sie, dass dieser Begriff auch für Gegner der Tötung von Kindern im Mutterleib und  für Verteidiger der klassischen Familie verwendet wird. Und „populistisch“ ist wohl jede Partei, denn sie möchte doch möglichst viele Stimmen des „populus“ gewinnen.

  1. „nationalistische und fremdenfeindliche Gruppierungen“

Auch diese Begriffe sind inhaltsleere Schablonen. Sollen alle Menschen, die ihre Heimat und ihr Vaterland lieben, ihre Meinung nicht mehr sagen dürfen? Und was heißt „fremdenfeindlich“? Wenn man nicht jeden Fremden in seine Wohnung lässt, dann ist man doch nicht gleich dessen Feind. Ebenso wenig ist jemand ein Feind der Fremden, wenn er nicht alle unkontrolliert in unser Land einreisen lassen will.

Nun zu den Punkten der Umfrage:

Weiterlesen „Herder Korrespondenz politisch völlig korrekt“

Anfrage bei „katholisch.de“

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion von katholisch.de!

In Ihrem Beitrag vom 21.02.2015 kann man u. a. folgendes über Bischof Koch lesen:

  1. „Homosexualität als Sünde darzustellen, ist verletzend“, sagte er …
  2. Der Bischof hob hervor, dass nach katholischer Lehre „geistige und sexuelle Liebe unbedingt zusammengehören“.
  3. „Die Kirche braucht eine andere Sprache, wenn es um Homosexuelle geht“, betonte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen.
  4. „Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben“, so Koch, der die Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz leitet.

zu 1: Bischof Koch ist nicht fähig, sich präzise auszudrücken. Was meint er? „Homosexuelle Orientierung“ oder „praktizierte Homosexualität“. Das erstere ist keine Sünde, das zweite sehr wohl (KKK 2357). Seiner Formulierung zufolge meint er wohl eher die praktizierte Homosexualität, wie ja auch aus seiner Bemerkung Nr. 4 hervorgeht. So stellt er sich eindeutig gegen die Lehre der Kirche. Die Begründung, warum Sünde nicht mehr Sünde genannt werden darf, bleibt der Bischof schuldig

zu 2: Diese Aussage ist recht sonderbar für einen Bischof. Wenn „geistige und sexuelle Liebe unbedingt zusammengehören“, dann muss jeder Mensch, der sich des großen Glücks einer Freundschaft erfreuen kann, nach Bischof Kochs Meinung unbedingt mit seinem Freund ins Bett gehen, weil ja geistige und sexuelle Liebe unbedingt zusammengehören. Wo hat der hochwürdigste Herr Bischof diese Weisheit wohl her?

zu 3: Welche Sprache braucht denn die Kirche für Homosexuelle? Ich kenne kein kirchliches Dokument, in dem Homosexuelle diskriminiert werden. Das Gegenteil ist der Fall. Im KKK heißt es: „Man hüte sich, sie [Homosexuelle] in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.“ Was meint Bischof Koch also mit „anderer Sprache“? Wahrscheinlich das gleiche wie in Punkt 1. Auch hier wieder zeigt sich, dass er nicht fähig ist, sich klar auszudrücken. Solche Leute sollten keine Interviews geben.

zu 4: Es ist schon kurios, dass ein Bischof nach dem anderen nun plötzlich öffentlich kundtut, er „kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben“. Ich denke, zunächst ist das eine Einschleimerei bei der Homolobby. So wurde z. B. Kardinal Woelki für eine derartige Aussage für den „Respektpreis 2012“ des Berliner Bündnisses gegen Homophobie nominiert. Ansonsten, was soll diese Aussage? Es gibt viele Lebensbereiche, in denen Menschen Verlässlichkeit und Verbindlichkeit praktizieren. Ich denke da an die Pflege kranker Eltern unter Verzicht auf mancherlei Lebensgenuss, aber auch an Eltern, die ihre Kinder nicht in „Aufbewahrungsanstalten“ abschieben, sondern sich engagiert um eine menschenwürdige und glaubensfrohe Erziehung mühen, obwohl ihnen das finanzielle Nachteile und die Verachtung aller „fortschrittlichen“ Mitbürger einbringt. Aber was hat Verbindlichkeit und Verlässlichkeit mit homosexuellen Praktiken zu tun? Hier missbraucht Bischof Koch ethisch hoch stehende Verhaltensweisen, um die Sünde zu überzuckern. Er spricht hier unmissverständlich dem Verharren in der Sünde sein Lob aus. Menschen, die sich für ihre homosexuellen Praktiken zur Verlässlichkeit entschließen, bekunden damit, dass sie keinen Gedanken auf Umkehr verschwenden, sondern nach dem Motto leben „ … und das ist gut so“. Umgekehrt wird daraus ein Schuh: Menschen, die homosexuell empfinden, sich aber bemühen nach Gottes Geboten zu leben, mögen immer wieder scheitern, aber sie haben die Zusage, in der Beichte die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren. Das Lob von Bischof Koch für die „Dauersünde“ ist kontraproduktiv. Er sollte die homosexuell empfinden Menschen loben, die nicht mit „Verlässlichkeit“ sündigen, sondern sich um ein Leben nach den Geboten Gottes bemühen.

Zur „Verlässlichkeit“ homosexueller Beziehungen noch folgendes: Eine Beziehung zwischen Homosexuellen dauert im Durchschnitt nur 1,5 Jahre. Dies geht aus einer Studie aus den Niederlanden hervor, die von Dr. Maria Xiridou vom „Amsterdam Municipal Health Service“ anhand von Gesundheitsaufzeichnungen junger Homosexueller durchgeführt und im Magazin „AIDS“ veröffentlicht wurde. Bei den Untersuchungen konnte auch festgestellt werden, dass Schwule durchschnittlich acht Partner pro Jahr außerhalb ihrer Hauptbeziehung haben.

Ob es eine gute Wahl war, Bischof Koch zum Familienbischof zu ernennen?

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion, haben Sie  auch Mitarbeiter, die dazu fähig sind, sich kritisch zu solchen Bischofsworten zu äußern.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Kubon

Heute habe ich festgestellt, dass katholisch.de diese Seite entfernt hat. Sie können sich aber hier und hier über dieses Interview informieren. Sie finden die Aussagen von Bischof Koch noch bei Domradio.